Die Perseiden - der Meteorstrom

Alle Jahre wieder tauchen sie im August am Himmel auf - vor einigen Tagen war es wieder soweit!
Wir nutzten die Chance -und das schöne Wetter- um zu den Winterleiten Seen zu fahren und dort die Meteoriten sowie den Sternenhimmel zu fotografieren.
Dabei entstand dann auch dieses Bild - es hängt nun, hinter Acrylglas gedruckt - bei uns an der Wand.

Astro

Doch hier sollen nicht nur Bilder gezeigt werden, sondern auch ein paar Infos dazu gegeben werden, wie unsere Bilder entstehen.

Also hier der Ablauf dieser Nacht:
Wir waren, etwas vor Sonnenuntergang, beim oberen Winterleitensee angekommen. Dort haben wir dann (mit Hilfe einiger digitaler Helferlein/Apps) unser Stativ so ausgerichtet, dass wir sowohl den See, die Berge als auch eine interessante Baumgruppe als Vordergrund hatten und dennoch die Milchstraße auf unser Bild bekommen konnten. 

Die Astrofotografie, beziehungsweise "Landschaft mit Sternenhimmel", wie wir sie praktizieren, ist technisch gesehen eigentlich relativ einfach, man nehme

  • ein lichtstarkes (Weitwinkel) Objektiv, dass zudem randscharf ist und wenige Aberrationen aufweist und
  • stelle die Belichtungszeit so ein dass die Sterne noch Punkte und keine Striche sind und 
  • fokussiere auf Unendlich, sodass die Sterne scharf sind

    Unsere technische Ausrüstung dafür ist kurz und einfach:

  • Fuji X-T1 mit Batteriegriff und L-Winkel
  • Walimex Pro/Samyang 12mm f/2.0 Objektiv. Dieses Objektiv ist wohl eines der besten, für spiegellose APS-C Kameras gerechnete Objektiv zum Ablichten des Sternenhimmels.
  • stabiles Stativ mit Kugelkopf (und Panoramafunktion)

Für die Belichtungszeit verwenden wir folgende Faustregel:

Belichtungszeit = 400/(Brennweite*Crop Faktor) [sek]

Unser Bild ist ein Panorama. Drei Reihen zu je 8 Bildern. Das Hauptproblem bei solchen Panoramen ist, dass sie ja eigentlich eine Kugel (Halbkugel) abbilden und das Strecken/Zerren auf unser gewünschtes Ausgabeformat führt dazu, dass die Sterne oben zu Strichen verformt werden.

Bei den Einzelaufnahmen war alles dabei: Flugzeug, Satellit, ISS!!! und eben auch ein paar Meteoriten. Hier eine Einzelaufnahme einer extrem großen und hellen Schnuppe

Sternschnuppe

 

Im konkreten Fall hatten wir also 24 Aufnahmen die zu einem Panorama verbunden wurden. Dies ist aber noch nicht alles! Man kann natürlich den Vordergrund bei einer solchen Aufnahme entsprechend aufhellen. Doch erstens, haben wir uns extra eine Nacht ohne Mond, fernab von Lichtverschmutzung gesucht und zweitens, führt dies zu deutlich mehr Rauschen.

Es gibt zwei Alternativen:

1. für den Vordergrund extra Aufnahmen machen. Mit niedrigerer ISO und dafür deutlich längerer Belichtungszeit. In diesem Fall wäre aber eine Belichtungszeit jenseits der 10 Minuten notwendig gewesen. Mit Dunkelbildabzug und 8 Bildern macht dies einen Aufwand von 160 Minuten (fast 2,5 Stunden!) nur für den Vordergrund. Deshalb wählten wir Ansatz zwei

2. Den Vordergrund fotografieren, wenn noch Licht vorhanden ist 

Dies führt dann zum letzten Punkt. Der Nachbearbeitung. Drei Reihen mit 8 Bildern macht 24 Bilder. Jeweils 16MP. Diese werden zu einem Panorama zusammengefügt. Wichtig ist, bei den Aufnahmen darauf zu achten, dass genügend Überlappung (rund 30-40% sind meiner Erfahrung nach ideal) vorhanden ist.
Das Selbe für den Vordergrund. Dann beides in ein Bildbearbeitungsprogramm der Wahl laden, einige Stunden (hier waren es rund 6 Stunden) herumspielen und schon ist das Bild fertig 😉